Finanzagenten gesucht - Ein Job mit Nebenwirkungen
Wir suchen Finanzagenten im Internet
Immer mehr Menschen kommen mit dem Gesetz in Konflikt, weil Sie einen Job gesucht und gefunden haben. Dabei geht es immer um darum, dass sie leichtgläubig Internet Betrügern auf den Leim gehen. Eine Variante, die immer mehr Geschädigte fordert, stellen wir Ihnen kurz vor.
1. Schritt - Die E-Mail, die ein Leben verändert
Die E-Mail lautetet etwa: Beste Verdienstmöglichkeiten mit wenig Arbeit! Gesucht werden sogenannte "Financial Agent", "Finanzmanager", "Escrow Agent", "Treuhandagent", "Lieferungsmanager", "Finanztransaktionsmanager", "Projekt Koordinator", "Prozessmanager", "Regional Manager für Zahlungsbearbeitung".
2. Schritt - Das Ziel
Das Ziel der Betrüger ist es immer, ein fremdes Konto für kriminelle Handlungen zu missbrauchen!
3. Schritt - Arbeitsbeginn
Hat jemand unvernüftigerweise einen solchen Job angenommen, werden Gelder auf sein Konto überwiesen. Dieses Geld hat er schnellstmöglich weiterzuleiten. Er hat die Beträge die von Dritten eingezahlt worden sind, diese Dritten sind selber Opfer betrügerischer Handlungen, entweder per Bargeldversand oder über einen der Finantransferdienstleister, zum Beispiel die Western Union, weiterzuleiten. Seine Provision von 5 - 20 Prozent kann er von dem zu überweisenden Betrag einbehalten.
4. Schritt - Das böse Erwachen
Irgendwann werden dann Forderungen an den "Finanzagenten" gestellt. Warum? Ganz einfach, weil wie oben beschrieben, die Gelder von Betrugsopfern stammen. Diese möchten Ihr Geld natürlich wiederhaben und da die Zahlungen auf das Konto des "Finanzagenten" erfolgt sind, wird man es auch von ihm zurückfordern. Dieses Geld hat er allerdings schon längst weitertransferiert. Einfach gesagt, man will Geld von ihm, dass er nicht mehr hat und wird somit auf dem Schaden sitzen bleiben.
Woher kommen denn die Gelder für diese dubiosen Machenschaften?
Es gibt verschiedene Quelle. Zwei wollen wir Ihnen nennen.
Phishing
Ein Teil der Gelder stammt aus sogenannten Phishing Aktionen. Dabei haben unbedarfte Internetnutzer ihre Kontodaten weitergegeben. Dies kann passieren, wenn man an einem Wettbewerb teilnimmt, einer E-Mail Glauben schenkt, die einen sagenhaften Lottogewinn in Aussicht stellt, oder einem Unbekannten Bank-Manger glaubt, der ein Millionenerbe zu verteilen hat. Irgendwann wollen alle Anbieter dieser wundersamen Möglichkeiten nämlich Ihre Bankdaten.
Internet Auktionen
Ein weiterer Teil der Gelder stammt von Internet Auktionen. Dabei werden für Produkte oder Dienstleistungen sagenhafte Preise, richtige Schnäppchenpreise geboten. Natürlich gegen Vorzahlung oder Anzahlung und natürlich werden die Schnäppchen nicht geliefert und auch die Dienstleistungen werden nicht erbracht. Solche Gelder sind es also, welche bei den Jobsuchern, den Finanzagenten eingehen.
Milliardenschäden wahrscheinlich
Die Gelder stammen also von Personen, die selbst Opfer betrügerischer Machenschaften wurden und die Ihr Geld zurück haben wollen. Der Schaden dürfte mittlerweile in die hunderte von Millionen Euro gehen.
Glauben Sie nun ja nicht, dies könnte ausschliesslich einer geringen Zahl von Internetnutzer so ergehen. Ganz im Gegenteil, die Anzahl ist gross und steigt rasant an.
Das BKA warnt
Das Bundeskriminalamt und die Landeskriminalämter warnen nachdrücklich vor dubiosen Stellenangeboten und Nebenverdienstmöglichkeiten, in denen unbekannte Unternehmen nach so genannten Finanzagenten suchen. polizeiberatung.de
"Finanzagenten" gehen grosses Risiko ein
Es ist auch möglich, dass Betrüger für die Abwicklung nur einer, aber dafür grossen Transaktion Opfer suchen. Möglich, dass manch klammer Mitbürger hofft, mit einer solchen Aktion seine Probleme zu lösen. Doch diese Hoffnungen sind vergebens. Nebst der Forderung auf Rückerstattung der Geldbeträg drohen Schadenersatzforderungen, die Sperrungen aller Konten, eine Anzeige wegen Geldwäscherei und Betruges und eventuell eine Anzeige wegen der Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation.
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